Die Mehrheit der weltweiten Christenheit – Katholiken, Orthodoxe und Evangelische – erkennt die wichtigsten Festlegungen der Konzilien der ersten Jahrhunderte an. In ihnen wurden – jeweils nach Jahrzehnten der Debatte – Grundlinien der christlichen Vorstellug von Gott festgemacht und von denen abgegrenzt, die mit dem christlichen Gottesbild unvereinbar sind.

1 Unstrittig ist von Anfang an: Gott ist einer!
Das ist das jüdische Credo. Die Christen übernehmen es, ohne dass dies je in Frage gestanden hat.

2 Auch nicht in Frage gestanden hat bei den Christen, dass in Jesus Gott selbst anwesend war und ist. Doch wie soll dieses Ineinander von Gott und Mensche gedacht werden? Das Konzil von Chalkedon (451 n. Chr.) legt fest: Jesus ist „wahrer Mensch“ wie wir und zugleich „wahrer Gott“.

3 Und dann ist da noch der Geist Gottes, von dem auch in der Bibel die Rede ist. Mit dem heiligen Geist, Jesus und Gott Vater sind also drei Elemente, die zu Gott gehören, in ihrem Zueinander zu denken, ohne dabei den jüdischen Monotheismus auf zu geben.

Problem: Der Hintergrund dieser Debatten und Beschlüsse ist ein statisches Weltbild, wie es die griechische Philosophie und in der Folge das europäische Mittelalter geprägt hat. In unserem heutigen, dynamischen Weltbild verursacht das mehr Fragen als Lösungen.

Dennoch bleiben die getroffenen Feststellungen unüberholbar: In Ihrem Kern sind sie der Schutz davor, Gott nicht kleiner zu denken als die frühen Christen ihn erlebt haben. Wirft man sie über den Haufen, verkürzt es das Gottesbild bis aufs Unkenntliche.

Man muss schon genauer hin schauen, worum es geht.